SO WIE ES DIE KINDER MACHEN

Kreativität ist flüssig. Ganz frei fließt es aus einem raus in die Welt hinein und wenn es dann da ist, dann kann man es sich anschauen. Wichtig ist, dass es passiert. Und es passiert immer dann, wenn man es passieren lässt. Ohne sich die Frage zu stellen, wie es wem gefallen könnte und ob das so korrekt und in Ordnung ist. Dann kommen die Kreativität und die Phantasie völlig unblockiert. Aus einem tiefen Winkel im Körper. Vom Unterbewusstsein vielleicht. Die Phantasie kennt keine weltlichen Grenzen. Deswegen kann man sie auch nicht nach weltlichen Maßstäben bewerten. Kreativität kann man gar nicht bewerten. Kreativität ist ohne Wertung. Sie ist einfach. Das Ergebnis aller Kreativität ist Kunst.

Aber gut ist sie. Weil wenn man was rauslässt, dann geht’s einem immer besser. Auch wenn man zuerst vor dem Angst gehabt hat, was da kommt. Wenn es draußen ist, weil man es rausgelassen hat, ohne es zu bewerten, dann geht’s einem besser.

Das wirklich Schöne ist, dass man über das alles gar nicht nachdenken muss, wenn man den Damm einmal durchbrochen hat und dem Fluss seinen freien Lauf lässt. Ich hab das erst gestern wieder gemerkt (und jetzt gerade), als ich einer Freundin beim Texten geholfen hab. Die Worte, die mir eingefallen sind, hab ich einfach rausgelassen und sie mir dann kurz angeschaut – beziehungsweise hab ich sie dann erst richtig gespürt. Von einer ganz anderen Seite nämlich, als wenn sie in einem drinnen sind und man sie drinnen behält… warum auch immer. Tatsächlich gibt’s keinen Grund dafür. Und bei dem kurzen Betrachten ist mir dann wieder was Neues dazu eingefallen. Freies Assoziieren heißt das, wenn man es benennt. Zu zweit macht das noch mehr Spaß, weil sich ein anderer Mensch mit genauso viel Phantasie dann auch dazu ausschüttet. Da passieren die tollsten Sachen. Und man improvisiert. Das ist natürlich nicht nur bei den Wörtern so, sondern bei Allem, was einem einfällt. Es wird nur Gutes passieren und wenn man dem kleinen Häuflein, an das man sonst nicht geglaubt hätte einmal das Tageslicht gezeigt hat, dann entwickelt es sich auch. Es hat dann Luft zum Atmen und es wird mehr daraus.

Heute kann ich sagen, dass ich das früher viel zu oft nicht gemacht habe. In einer Phase, in der ich mich dem Urteil der Anderen geöffnet und ergeben hatte. Davor war es auch einmal anders. So bis 16, 17, 18 war es mir wurscht, was die anderen denken. Dann das ständige sich selbst von außen betrachten und bevor jemand anderer urteilt, noch sich selbst fertig machen. Dabei denken die anderen ja nicht im Geringsten so. Da ist es gut, wenn man wieder zurückgeht und sich wohlfühlt. Man macht die Augen zu und atmet tief ein und wenn man die Augen wieder aufmacht hat die Welt auf einmal ganz andere Farben und mehr Licht. Man schaut aus seinen eigenen Augen und spürt seinen Körper. Alles kommt so, wie es kommen soll. So wie es die Kinder machen, bevor man ihnen sagt, was richtig und was falsch ist.

Das macht sehr glücklich. Man schafft selbst etwas und das muss gegen nichts anderes bestehen, sondern ist einfach für sich selbst. L’art pour l’art – vielleicht. Man muss nicht jedes Wort zehn Mal umdrehen bis es passt. Es passt schon von vorne herein. Das ist echt fein.

Jetzt stell ich noch jemanden vor, dessen Schaffen ich sehr mag, weil ich es immer als spontan empfinde und weil die tollsten Sachen daraus passieren. Reggie Watts. Der Reihenfolge nach, in der ich die ersten paar YouTube Videos gesehen habe, poste ich jetzt auch die ersten paar. Zwei oder vielleicht auch drei. Und irgendwann demnächst, schreib ich noch was über „Keith Johnstone“ weil ich das schon einmal machen wollte und es dann aber nicht gemacht hab. Der ist gut. Improvisation und so. Und über den Helge. Und dann noch was über ein paar andere Leute.

Wenn man alles so frei sein lässt, dann kommen die lustigsten Sachen auf einen zu und wenn man dann irgendwann auf das Ganze draufschaut, dann erkennt man, dass da ein Muster dahintersteckt. Und das Supertollste, jeder kann es. Der eine braucht vielleicht länger, bis er wieder dort ist, weil zuviel Mauer schon da ist und zu viel Filter, aber es kann jeder.

Viel Spaß jetzt mit dem lustigen Reggie. Macht’s alle gut. Gesund bleiben!

 

 

 

DOMINIK RADL

Einfach anfangen.
Es hat sich jetzt nämlich schon ein bisschen länger angestaut. Wer aufmerksam den Blog liest – haha – weiß Bescheid, dass die Unterrubrik DIE ANDEREN in ES LEBN bislang noch nach einem ersten Artikel gedürstet hat. Und dabei gibt’s doch so viele Leute, über die ich gerne schreiben möchte. Jetzt beginne ich mit DOMINIK RADL.

Vielleicht kurz zu meiner Beziehung zu Dominik. Wir kennen uns schon sehr lange, also bestimmt seit sieben Jahren, nämlich seitdem wir gemeinsam Musik machen, er an der Gitarre und ich mit meiner Triangel, und nachdem wir uns über die Musik sehr gut verstanden haben, sind wir gute Freunde geworden. Und aus dieser Freundschaft ist eine brüderlich, familiäre Beziehung geworden. Wir haben uns also lieben gelernt. Haha. Witzig, wie viele Leute das missverstehen könnten. Eigentlich auch als Witz gemeint, das mit dem lieben, hat es doch seine Berechtigung. Wenn man sich so lange und so gut kennt, dann ist Freundschaft schon ein bisschen ein größerer Begriff. Im Grunde sollen die folgenden Zeilen aber keine Liebesbekundung darstellen, sondern das Licht auf das Schaffen des Künstlers rücken, beziehungsweise auf den Menschen. Bei DIE ANDEREN geht es nämlich um die Leute, in meiner Umgebung und weiter außerhalb davon, die ich bewundere, nicht nur für das, was sie schaffen, sondern für das was sie sind.

Musiker. Maler. Schriftsteller. Womöglich Texter. Und Blogger. Grafiker. Unternehmer. Firmengründer. Berufsbezeichnungen verlieren ja irgendwann an Bedeutung und Relevanz, wenn man tief in den Schuhen der Kreativität steckt und sich nicht von äußeren Einflüssen davon hat abbringen lassen, den Rest seines Lebens in diesen Schuhen zu gehen. Warum denn auch?! Gibt es doch keinen Grund, sich irgendwann von der Kreativität loszulösen und kein Künstler, kein Kind mehr zu sein. Und DOMINIK RADL ist bestimmt ein Künstler. Denn jemand, der sich nicht schämt, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und eine offene Wahrnehmung hat, der ist in meinen Augen ein Künstler.

Irre auf jeden Fall, was dem Typen für Gedanken durch den Kopf gehen. Gerade jetzt während des Schreibens habe ich seinen 6. ältesten und aktuell letzten Blogeintrag Sich mit Dingen aufhalten gelesen und bin wahnsinnig begeistert. Ob da bislang wenige oder viele Einträge auf dem Blog sind, ist irrelevant. So irrelevant nämlich, dass ich mich sogar gerade entschieden habe, das zu schreiben. Viel interessanter ist, wie viel dieser Mensch in seinem Leben macht, um weiter in die Richtung zu gehen, in die er so unbedingt strebt. Und nach meinem Dafürhalten macht er ungeheuer viel!

Kurz noch ein paar Stichworte, die ich mit DOMINIK RADL verbinde: Weniger ist mehr. Minimalismus. Reduzieren. Das Kleine schätzen. Bewusst wahrnehmen, was wichtig ist. Sport. Grafik. Design. Plötzlich zu einem Notizbuch greifen und was reinmalen bzw reinskizzieren. Zielstrebigkeit. Musik. Funk. Familie. Und natürlich Humor!

Schluss.